Schmied

9 Posted by - März 7, 2016 - Uncategorized

Ich wuchs in einem Handwerksbetrieb auf.

Mein Vater Philipp Trenkle, in unserem Heimatort Pfronten ein bekannter und bunter Hund, ist Schmied und Schlosser in dritter Generation. Seine Werkstatt war immer ein Paradies um Dinge zu Bauen und Auszuprobieren. Zur Marktreife brachte es zwar keine meiner frühen Kreationen, aber das juckt ein Kind glücklicherweise nicht.

Im Alter von 20 Jahren habe ich schließlich das Schellenschmieden erlernt.

Schellen, für alle, die dem Allgäuer Dialekt nicht gewachsen sind, bedeuten Kuhglocken. Wenn einem in der Schmiede vor dem Feuer und vom Hämmern auf dem Amboss nicht warm ums Herz wird, dann spätestens wenn einen in 1.000 Metern Höhe auf einer Almwiese der Klang einer solchen handgefertigten Schelle durchfährt. Und das vor einer Bergkulisse, die einem den Atem raubt.

Es gibt kaum einen schöneren Beruf als den des Schmieds. Wer die Gelegenheit bekommt einmal selbst den Hammer zu schwingen, sollte dies unbedingt tun. Man sollte nur stets mit beiden Armen arbeiten, sonst gibt’s den in Schmiedskreisen weit verbreiteten „Hammerarm“. Was, zugegeben, ziemlich episch klingt.